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Am Montag, den 6. Mai trafen sich auf Einladung des Caritasverbandes für die Erzdiözese Freiburg Vertreter*innen verschiedener caritativer Verbände in der Katholischen Akademie Freiburg, um ihre Projekte für Menschen mit Fluchterfahrung vorzustellen. Alle diese Projekte werden aus Mitteln des Flüchtlingsfonds der Erzdiözese gefördert.

Was in den Medien und der öffentlichen Diskussion oft als „Flüchtlingskrise“ bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit zuallererst eine Fülle von persönlichen Geschichten und menschlichen Schicksalen. Diesen Menschen hilfreich die Hände zu reichen, hat die Erzdiözese Freiburg von Anfang an als selbstverständliche Aufgabe betrachtet, wie Thomas Herkert, Vorstand des Diözesan-Caritasverbandes Freiburg, feststellte. Das Bistum hat dafür umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt, mit denen eine Vielzahl von Projekten gefördert wurde. Viele Menschen haben damit eine konkrete Hilfestellung erfahren.

IN VIA war mit den Projekten Aicha (Engen) und DOUNIA (Freiburg) vertreten. Mit Plakaten und in Interviews stellten die Projekt-Mitarbeiterinnen ihre Projekte vor.

Das Projekt Aicha wurde von IN VIA Freiburg in Kooperation mit dem Caritasverband Singen-Hegau e.V. angeboten. Es zeichnete sich durch vielfältige kreative Angebote für die Frauen aus, wie theaterpädagogische Angebote (Pantomime), Mal-Angebote (Selbstportraits), Singen und Tanzen. Diese Methoden halfen, Sprachbarrieren zu überwinden, und die Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern kamen miteinander in Kontakt. Wichtiger Bestandteil des Projekts war die Sprachförderung: Kinderbücher mit aussagekräftigen Illustrationen halfen beim Lesen und Verstehen. Im Laufe des Projektes gelang es den Frauen, auch ihre ganz persönlichen Themen, wie Fluchterfahrung oder Zwangsverheiratung, miteinander zu teilen.

Eine Projektteilnehmerin aus DOUNIA berichtete, was diese regelmäßigen Treffen für sie bedeuten. Jenseits praktischer Dinge, die sie im Projekt lernten, wie z.B. Schwimmen und Radfahren, ist Dounia für viele Frauen, die in konservativen Bezügen leben, die einzige Möglichkeit, andere Menschen kennenzulernen und sich auszutauschen. „Viele Menschen kennenlernen, das bedeutet auch: viele unterschiedliche Lösungen.“ Die Teilnehmerin dankte IN VIA und dem Erzbischof für die Möglichkeit, dass solche Projekte stattfinden können. Die Förderung über den Flüchtlingsfond ermöglicht IN VIA, das Projekt DOUNIA auch zukünftig anzubieten.

Erzbischof Stephan Burger betonte, dass es die Aufgabe von Kirche sei, den Menschen, die zu uns kommen und Schutz suchen, zu helfen. Dafür müsse es nachhaltige und langfristig angelegte Projekte geben, da die Integration der Menschen, die nach Deutschland kommen, nicht in zwei oder drei Jahren gelingen könne. Burger dankte den Trägern und Mitarbeitenden, die diese Projekte durchführen, sowie den Projekt-Teilnehmenden, die sich auf diesen Prozess der Integration und auf die neue Lebenswelt einlassen. Mauern und Grenzen zu errichten, sei nicht der richtige Weg.  Auch wenn Politik teilweise anders agiere, sei es wichtig, dass Kirche hier ein Zeichen setzt.