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Am 13. Juni endete das dreitägige Kunstprojekt Kunstprojekt „ simply moving“ (in Kooperation mit Kubus-Projektwerkstatt, Verein für Kunst, Bildung und Schule e.V.) mit einer beeindruckenden Vernissage von Teilnehmer*innen bei MOVE ON. Angeleitet von zwei Künstler*innen legten die Frauen zunächst mit eingefärbter Schafwolle ein eigenes Bild aus. Dieser Prozess war ausgesprochen interessant, da die Frauen sehr unterschiedliche Motive gestalteten; von Porträts über Landschaften bis hin zu Visionen einer eigenen Wohnung.

Anschließend wurde die Wolle mit Seifenlauge stark gewässert und zu einer Filzfläche weiterverarbeitet. Mit viel Geschick, Kreativität und Begeisterung widmeten sich die Frauen ihren Werken. Um die einzelnen Elemente zu einem Gesamtprodukt zusammenzuführen, musste dann mittels mühevoller Handarbeit die Naturschafwolle auf einer großen Fläche ausgelegt werden. Auf diesem „Teppich“ wurden im Anschluss die individuellen Kunstwerke zusammengefügt.

Mit Stolz präsentierten die Teilnehmer*innen von MOVE ON bei der Vernissage ihr großes Werk.

Ziel des Projektes war es, über die freie künstlerische Arbeit Neues an sich zu entdecken und sich im künstlerischen Prozess mit sich selbst auseinander zusetzen. Ebenso sollte den Frauen die Möglichkeit gegeben werden, sich künstlerisch auszudrücken. Viele Frauen können sich nur noch aus der Schulzeit daran erinnern, dass sie ein Hobby hatten und sich kreativ ausdrücken konnten.

Viele der  Frauen wurden früh verheiratet und mussten sich um Kinder und die Familie kümmern. Der Fokus liegt und lag immer bei dem Anderen; Selbstverwirklichung oder eigene Träume oder Visionen zu verfolgen ist zum Teil nicht vorstellbar noch je erwünscht gewesen. Mit diesem Kunstprojekt wollten wir die Frauen unterstützen, sich selbst wahrzunehmen, sichtbar zu sein evtl. auf diese Weise neuen Perspektiven zu erforschen und im weit gefassten Sinne Lebensziele zu entwickeln. Das Kunstprojekt sollte Raum schaffen, sich zu erlauben, sich frei auszudrücken. Visionen und Träume zu erspüren, die wieder Kraft geben könnten, in der Bewältigung einer meist traumatischen Fluchterfahrung, die die Gedanken meist nur um Sicherheit und Sorge um die Kinder kreisen lässt. Im Hinblick auf eine berufliche und soziale Integration ist es wichtig, die eigene Selbstwirksamkeit zu erfahren und den Mut zu finden, erste Schritte sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch im öffentlichen Raum gehen zu können.

Das Projekt wird finanziert durch den Diözesan-Caritasverband aus Mitteln der Caritas-Sammlung.