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„Wir möchten echte Teilhabe“

Frauen mit Migrationsgeschichte wollen unsere Gesellschaft mitgestalten

Mädchen und Frauen mit Migrationsgeschichte gestalten am 29. September zum zweiten Mal den bundesweiten Aktionstag zusammen.wachsen, der im Rahmen der Interkulturellen Woche stattfindet. Mit kreativen Aktionen in der Öffentlichkeit machen sie ihre Wünsche und Perspektiven für ein gutes Zusammenleben sichtbar.

Bundesweit stellen die Mädchen und Frauen vielfältige Aktionen auf die Beine. IN VIA Diözesanverband Freiburg beteiligt sich an den Standorten Baden-Baden, Offenburg und Waldshut. In Offenburg gestalten die Mädchengruppen „Malala Girls“ und „OG Girls“ zusammen mit IN VIA-Frauen-Projekten und mit dem Jugendmigrationsdienst ein buntes Programm mit musikalischen Darbietungen und einem Erzählcafé. Außerdem werden die Besucher*innen die Gelegenheit haben, einen Satz auf Kurdisch, Arabisch oder Farsi zu lernen. In der Innenstadt von Baden-Baden, in der Trinkhalle, werden Frauen aus den IN VIA-Projekten für Migrantinnen ein selbst gestaltetes Outdoor-Spiel präsentieren und ihre Projekte vorstellen. 

In Waldshut wollen Frauen aus dem Projekt Dounia plus Passant*innen einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich kennenzulernen und sich auszutauschen, wie das Zusammenleben gemeinsam gestaltet werden kann.

Impulsgeberin des Aktionstages ist IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit – Deutschland e.V.

In den Angeboten von IN VIA können Mädchen und Frauen sich vernetzen und gegenseitig darin bestärken, ihren Platz in der Gesellschaft selbstbewusster einzunehmen. Gerade während der Pandemie wünschen sie sich Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen im Alltag und den Austausch mit Gleichgesinnten. Ihr größter Wunsch ist es, mehr Kontakt zu deutschsprachigen Menschen zu haben, um die die deutsche Sprache im Alltag vertiefen zu können.

Während der Pandemie sind Frauen generell starken Belastungen ausgesetzt, da sie neben einem Großteil der Hausarbeit auch der Betreuung der Kinder und Homeschooling gerecht werden müssen. Mädchen und Frauen mit Migrationsgeschichte haben zudem oft keinen Zugang zu digitalen Endgeräten oder zum Internet, was ihre Isolation noch verstärkt.

Auch die Bedrohung durch häusliche Gewalt trifft die Frauen verstärkt. Im Lockdown spitzten sich vielerorts vor allem in beengten Wohnverhältnissen Konflikte in Partnerschaften zu, und bestehende Gewaltsituationen verschlimmerten sich. Frauen und Mädchen fordern Zugang zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten. Jede Frau*, die Gewalt erfahren hat, muss unabhängig von ihrem Wohnort, ihrer Wohnsituation oder ihrem aufenthaltsrechtlichen Status Schutz erfahren können. Deshalb muss die Finanzierung von Frauenhäusern und des Lebensunterhalts aller betroffenen Frauen unabhängig von deren aufenthaltsrechtlichem Status sichergestellt werden.

Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund erleben oft mehrfache Benachteiligungen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Religionszugehörigkeit und ihres Aufenthaltsstatus‘. „Junge Frauen werden demotiviert, wenn sie erleben, wie ihre Mütter trotz großer Bemühungen und erfolgreichen Bildungsabschlüssen auf dem Arbeitsmarkt kaum Fuß fassen können. So ist es beispielsweise immer noch schwierig, mit einem Kopftuch einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden“, fasst Susan Mousa die Erfahrungen mehrerer Teilnehmerinnen aus dem Projekt Dounia Plus in Offenburg zusammen. „Diese Benachteiligungen müssen endlich abgebaut werden!“

Frauen müssen entsprechend ihrer Fähigkeiten und nicht nur in typisch weibliche, häufig schlecht bezahlte Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisse vermittelt werden. Arbeitgeber*innen sowie Mitarbeiter*innen in den Jobcentern und bei der Berufsberatung müssen sensibilisiert werden, eigene Denkweisen und Verhaltensmuster kritisch zu hinterfragen und ausgrenzende Strukturen abbauen.

Benötigt werden zudem mehr Angebote zur Alltagsorientierung sowie zur sprachlichen und beruflichen Qualifizierung mit vorgehaltener Kinderbetreuung. Auch müssen im Ausland erworbenen Qualifikationen anerkannt werden. „Wir müssen als Gesellschaft endlich die Potenziale und Ressourcen der Frauen und Mädchen anerkennen und ihnen die Möglichkeiten und Zugänge bieten, diese zu entfalten,“ fordert Beate Gilles, Vorsitzende von IN VIA Deutschland. „Am heutigen Aktionstag ergreifen die Frauen und Mädchen das Wort und treten für ihre Anliegen ein.“

Einblicke in Aktionen gibt es auf Twitter und Instagram unter dem Hashtag #Aktionstagzusammenwachsen21 sowie auf der Social Media Wall zum Aktionstag unter: http://www.invia-deutschland.de/fachliches/projekte/zusammen.wachsen/zusammen.wachsen

 

 

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