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Liebe Mitstreiter*innen im Netzwerk „Schule für Alle“, liebe Interessierte, liebe Kolleg*innen,

wie die Zeit vergeht… nach einem langen, heißen Sommer sind wir in einen aktiven und bunten Herbst gestartet. Und so gibt es wieder einiges zu berichten:

Unser 4. Netzwerktreffen am 9.10.2018 stand ganz im Zeichen gelingender Praxis: Bei einer Hospitation in der Alemannenschule Wutöschingen konnten wir uns, in bester Begleitung durch den Schulleiter und eine Lernbegleiterin, über einen ganzen Vormittag davon überzeugen, was die Schule mit ihrem Konzept der V-8 Begleitung in der Praxis täglich lebt: „Auf vielfältigen Wegen mit vielfältigen Menschen an vielfältigen Orten zu vielfältigsten Zeiten mit vielfältigen Materialen in vielfältigen Schritten mit vielfältigen Ideen in vielfältigen Rhythmen zu gemeinsamen Zielen“. Eine Schule, die den Lernwunsch des Kindes konsequent in den Mittelpunkt stellt, eine Schule, die Begeisterung und Innovationsfreude versprüht, eine, die Mut macht und bei uns Besucher*innen eine ganze Reihe anregender Impulse und Ermutigung hinterlassen hat.

Am Nachmittag waren wir Gast in der benachbarten Gemeinschaftsschule Rheintal. Dort stellten uns Schüler*innen der Klasse 6, zusammen mit ihrer Schulsozialarbeiterin, ihr „Beteiligungsprojekt“ vor, in dem es um ihre Änderungswünsche in der Schule und deren Umsetzung in ein Vorhaben, Mitsprache und Mitwirkung in der Schule und die Vertretung der Ideen und Wünsche bis in den Gemeinderat hinein, ging. Klasse!

 LobbyAktion „100 Grundschulen für inklusive Bildung“

Wir versammeln 100 Vorreiter*innen aus dem Grundschulbereich für eine gemeinsame Vision. Mithilfe einer Kampagne wollen wir deutlich machen, dass Grundschulen, als Schule für alle Kinder, einen wichtigen Beitrag für eine vielfältige und demokratische, soziale und chancengerechte Gesellschaft leisten und jeden Tag zeigen, dass und wie gemeinsames Lernen gelingt . Den Auftakt für diese LobbyAktion, die auch von unserem Bundesnetzwerk unterstützt wird, machen acht aufbruchgestimmte Menschen (Grundschulleiter*innen und andere Engagierte) am 16.11.2018, nur vier Tage vor dem Internationalen Tag der Kinderrechte (20.11.2018).

 Beteiligung inklusiv(e)

Beim Kinderrecht auf Mitsprache und Teilhabe gibt es, vor allem in Schule, noch erheblichen Nachholbedarf. Im Netzwerk engagieren wir uns deshalb für die Lobby von Schüler*innen für mehr Mitbestimmung und Teilhabe in der Schule. So haben junge Netzwerker*innen einen Workshop bzw. Session zum Thema Beteiligung und Mitsprache in der Schule konzipiert. Zusammen mit dem Schülerrat Freiburg werden diese für interessierte Schüler*innen, SV-vertretungen und SMVen angeboten, u.a. bereits zum zweiten Mal auf der .KOMM, dem jährlichen Jugendforum im November im Haus der Jugend in Freiburg.

Und was macht die Politik?

Die bildungspolitischen Weichenstellungen in Baden-Württemberg bzw. Deutschland folgen noch lange nicht dem menschenrechtlichen Anspruch der UN-BRK auf inklusive Bildung. Trotzdem sich die Ratifizierung der UN-BRK in 2019 zum zehnten Mal jährt, setzt Deutschland die Empfehlungen des UN-Fachausschusses, ein inklusives Schulsystem aufzubauen und das diskriminierende Sondersystem abzubauen, mitnichten um. Im Gegenteil:  Baden-Württemberg, aber auch andere Bundesländer distanzieren sich wieder von dem Ziel.

Auch hier setzt das Netzwerk an: Mitstreiter*innen führten Gespräche mit Politiker*innen der Regierungs- und Oppositionsparteien im Landtag. Und diese zeigen Wirkung, zumindest bei der Opposition. So hat die SPD zwei Anfragen/Anträge zur Inklusionsförderung in den Lehramtsstudiengängen sowie den Studiengängen der Sozialen Arbeit bzw. in den Schulen, im Landtag eingereicht. Sobald hierzu die Antworten vorliegen, werden wir darüber informieren.

Auf Bundesebene ziehen Verbände ein kritisches Resümee zum Stand Deutschlands bei der Umsetzung des § 24 UN-Behindertenrechtskonvention, und stellen offiziell bohrende Fragen.

 Nationalen Bildungsrat als Chance nutzen!

Wir nehmen Einfluss auf die Ausrichtung des Nationalen Bildungsrates. Im Rahmen eines Dialogtags „Nationaler Bildungsrat – Eine Chance für inklusive Bildung?!“ am 17.10.2018 in Berlin, zu der die Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS e.V.) und der Fachverband IN VIA eingeladen hatten, erklärten 22 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Bildungspolitik, Schule, Jugendhilfe und Wissenschaft u.a., dass der Bildungsrat konkrete Impulse setzen müsse, damit das Recht auf inklusive Bildung endlich planvoll und bundesweit umgesetzt wird. Hier finden Sie die Pressemeldung.

Zu guter Letzt:

Von guten Beispielen lernen.

Der Jakob Muth-Preis für inklusive Schule zeichnet seit 2009 Schulen aus, die inklusive Bildung bereits jetzt beispielhaft umsetzen und so allen Kindern die Möglichkeit eröffnen, an hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre individuellen Potenziale zu entwickeln. Schulen und Verbünde in ganz Deutschland können sich bis zum 31.01.2019 um den Jakob Muth-Preis 2019 bewerben.

 

Falls Du / falls Sie noch mehr Interessantes aus unserem Netzwerk erfahren möchten, oder aber sich engagieren möchten, findest Du / finden Sie hier  weitere Informationen und Möglichkeiten.

 

Mit mutigen, herzlichen Grüßen, Katharina Walter, IN VIA Diözesanverband Freiburg, Projektkoordinatorin „Schule für Alle“