Aktionswoche „Armut bedroht alle“ – Was wir in der Praxis tun können
Vom 12. bis 18. Oktober fand in Baden-Württemberg die Aktionswoche „Armut bedroht alle“ statt. Sie will Armut sichtbar machen und Betroffenen eine Stimme geben. Am ersten Tag der Aktionswoche griff IN VIA Freiburg das Thema in der Praxis auf: mit der Fortbildung „Armutssensibel HANDELN – Familien- und Kinderarmut im Kontext Kinderschutz“. Sie fand im Rahmen des Masterplans Kinderschutz in Baden-Württemberg statt.
Den thematischen Einstieg bildete ein bewegender Film über Kinderarmut, gedreht von Schüler*innen eines Berliner Gymnasiums.
Danach ging es um Fakten: Armut ist kein persönliches Versagen. Ihre Ursachen liegen in politischen Entscheidungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Familien und ihre Kinder haben ihre Lage nicht verursacht. Sie bewältigen sie jeden Tag, oft unter Dauerstress. Je früher und länger Kinder in Armut aufwachsen, desto stärker wirkt sich das aus, zum Beispiel auf Gesundheit, Bildung und soziale Chancengleicheit.
Was können Mitarbeiter*innen von IN VIA tun? Armutssensibles Handeln beginnt mit der eigenen Haltung. Dazu gehört es, eigene Annahmen zu hinterfragen und sich eigene Privilegien bewusst zu machen. Es bedeutet, die Stärken von Familien zu sehen, Teilhabe zu ermöglichen, Macht zu teilen und die eigene privilegierte Position solidarisch einzusetzen.
Es geht darum, benachteiligende „Spielregeln“ zu verändern – hin zu solidarischen, schützenden, respektvollen Kitas, Schulen, Einrichtungen, Beratungsangeboten, Betrieben und Verwaltungen. Die Workshopteilnehmer*innen erarbeiteten konkrete Ideen für den Alltag: wie unterstützen wir als Sozialarbeiter*innen dabei, Begabungen zu fördern, Entwicklungsverzögerungen aufzuholen, Zugänge und Übergänge gut zu gestalten und Beteiligung zu ermöglichen. Der Blick bleibt dabei auf den einzelnen Familien, Kindern und Jugendlichen.
Wir nehmen viele Anregungen mit in unsere Arbeit. Ein herzliches Dankeschön an Andrea Möllmann-Bardak, die den Workshop mit viel Fachwissen, vielfältigen Methoden und Einfühlungsvermögen geleitet hat.


