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Anlässlich des Internationalen Tag des Ehrenamtes verlieh der Baden-Württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor einer Woche an die langjährige Vorstandsvorsitzende von IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit in der Erzdiözese Freiburg e.V., Brigitte Vögtle (Waldshut-Tiengen), das Bundesverdienstkreuz. Im Rahmen einer Feierstunde überreichte Kretschmann 23 verdienten Bürgerinnen und Bürger diese hohe Auszeichnung.

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Brigitte Vögtle durch Ministerpräsident Kretschmann

Brigitte Vögtle bei der Verleihung vom Bundesverdienstkreuz

Es sei ein Ausdruck lebendiger Demokratie, wenn sich Bürgerinnen und Bürger freiwillig und ehrenamtlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen und mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland werden Bürgerinnen und Bürger ausgezeichnet, die sich um unser Gemeinwesen besonders verdient gemacht haben, so Kretschmann.

Zu diesen geehrten Personen gehört auch Brigitte Vögtle, die sich als Geschäftsführerin des Caritasverbandes im Landkreis Waldshut über Jahrzehnte hinweg für Menschen in Not eingesetzt und verdient gemacht hat. Ab 1982 baute sie den bis dahin kleinen Verband zu einer leistungsfähigen, innovativen Einrichtung mit ca. 100 Mitarbeitern aus. Zusammen mit Partnern entwickelte sie zahlreiche Angebote für ältere Menschen, psychisch Erkrankte, Nichtsesshafte, Kinder und Jugendliche, Asylsuchende und Aussiedler. Anlässlich ihrer Verabschiedung im April 2001 aus der hauptberuflichen Tätigkeit wurde Frau Vögtle mit dem Ehrenzeichen der Caritas in Gold ausgezeichnet. Von 1998 bis zum Sommer diesen Jahres stand sie ehrenamtlich an der Spitze des Diözesanverbandes von IN VIA.

„Brigitte Vögtle hat IN VIA in der Erzdiözese Freiburg viele wichtige Impulse gegeben und hat die positive Entwicklung des Verbandes in den vergangenen 13 Jahren maßgeblich beeinflusst“, so die Vorstandsvorsitzende Barbara Denz. Auf Grund ihres vielfältigen Engagements auf regionaler und überregionaler Ebene wurde Frau Vögtle auch zu einer gefragten Ratgeberin für die Caritas auf Diözesaner Ebene und darüber hinaus.

Im Jahr 2001 wurde Frau Vögtle aufgrund ihrer umfassenden Kompetenzen und ihres Weitblicks in den Vorstand von IN VIA Katholischer Verband für Frauen- und Mädchensozialarbeit – Deutschland e.V. gewählt. Als stellvertretende Vorsitzende war sie bis vor drei Wochen Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes. In dieser Funktion steuerte sie den Bundesverband bis vor ihrem Ausscheiden mit unternehmerischem Sachverstand, hoher Kompetenz in der verbandlichen und politischen Arbeit, Feingefühl und großer Menschenkenntnis wesentlich mit. In der Zeit von 1997 bis 2002 war Frau Vögtle Mitglied im Zentralausschuss für Ehrenamtliches Engagement beim Deutschen Caritasverband und ist bis heute für IN VIA Deutschland Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken. Ihren eigenen Worten zufolge hat sie sich bewusst dafür entschieden, sich in der Katholischen Kirche zu engagieren. Die Katholische Kirche habe den Auftrag, Gesellschaft mitzugestalten, Werte zu vermitteln und einzufordern.

In einem Interview anlässlich einer Ausstellung zum Ehrenamt betont Frau Vögtle, dass sie mit ihrem Engagement bei IN VIA dazu beitragen wollte, jungen Frauen Perspektiven für eigene Lebensentwürfe zu geben, sie in der Persönlichkeit und im Selbstwert zu stärken. Es sei ihr ein großes Anliegen gewesen, dass Frauen in Berufe kommen, die eine selbstständige Existenz absichern. Stets wichtig war ihr auch, dafür zu sorgen, das bei IN VIA gute und motivierte Mitarbeitende arbeiten, die sich mit ihren Aufgaben identifizieren können. Nicht nur das verbandliche Engagement von Brigitte Vögtle ist hervorzuheben und zu benennen, sondern auch ihr jahrelanger persönlicher Einsatz für ihre pflegebedürftige Mutter und ihr ehrenamtliches Engagement für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Sie begleitet seit Jahrzehnten einzelne psychisch kranke Frauen und stellt für diese eine Heimat dar. Ihre eigenen zeitlichen Planungen richtet sie an den Bedürfnissen und Erfordernissen dieser Menschen aus. Im Jahr 2009 wurde ihr durch Prälat Dr. Peter Neher die Verdienstmedaille des Deutschen Caritasverbandes verliehen.

„Mit der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland fand ihr außerordentliches Engagement und Lebenswerk eine ganz besondere und angemessene Würdigung. Wir sind stolz auf unsere früherer Vorstandsvorsitzende“, so Denz.

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