Beispiele aus der Arbeit der Bahnhofsmission
Auf dem Bahnsteig steht ein etwas verwirrter, älterer Mann: „Meine Frau sitzt im Zug nach Freiburg, ich bin kurz ausgestiegen, um frische Luft zu schnappen, der Zug ist ohne mich weitergefahren.“ Wir informierten den Zugführer, der
wiederum der Frau Bescheid gab, dass ihr Mann mit dem nächsten Zug nachkäme und sie ihn auf dem Bahnhof erwarten solle.
Eine Frau mit sieben Kindern, die auf Asylsuche waren, total ausgehungert, wurden von uns mit Essen versorgt. Die Kinder hatten sehr großen Hunger und waren für jedes Marmeladenbrot dankbar. Dann wurden sie von uns an die zuständige Stelle weitergeleitet.
Anfang November kommt eine junge Frau am Morgen in die Bahnhofsmission. Trotz der kühlen Witterung trägt sie einen kurzärmeligen Pulli. Sie war vor wenigen Stunden aus der Frauenhaftanstalt entlassen worden. Sie wurde zunächst mit Kaffee und Backwaren versorgt und mit warmer Kleidung ausgestattet. Danach erhielt sie die gewünschten Informationen über den Weg ins hiesige Wohnheim für Wohnsitzlose und es wurde auch Kontakt zum Tierheim aufgenommen, um den V
erbleib ihres Hundes während der Inhaftierung zu recherchieren. Beglückt, den Aufenthaltsort ihres Hundes zu kennen und gleichzeitig entsetzt über die im Tierheim entstandenen Pensionskosten verließ sie die Bahnhofsmission, um mit den einbezogenen Sozialarbeitern des Wohnheims das Weitere zu klären. Wie später bekannt wurde, konnte sie in eine Gruppe für wohnsitzlose Frauen aufgenommen werden.
Vom Service-Team wurden wir über einen ungefähr 4-jährigen Jungen informiert, der allein auf dem Bahnhof herumstehe. Er wurde von uns abgeholt und wir kümmerten uns um ihn. Mit der Zeit taute er etwas auf, fing an zu malen und sich mit unseren Spielsachen zu beschäftigen. In Zusammenarbeit mit BGS und Polizei konnten nach knapp 2 Stunden seine Eltern ausfindig gemacht werden. Der Junge wurde wieder in die Obhut der Eltern übergeben.
