Die Bahnhofsmissionen

Bahnhofsmissionen sind Einrichtungen der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland. In der Erzdiözese Freiburg gibt es insgesamt sechs Bahnhofsmissionen: Freiburg, Offenburg und Karlsruhe in IN VIA-Trägerschaft sowie Kehl, Heidelberg und Mannheim. Drei Bahnhofsmissionen befinden sich in ökumenischer Trägerschaft. An 365 Tagen im Jahr machen die Bahnhofsmissionen das Angebot von „gelebter Kirche am Bahnhof“. Hier wird die Menschenfreundlichkeit Gottes für Einzelne persönlich erfahrbar und in der Gesellschaft wirksam. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus den unterschiedlichsten Berufen und bringen ihre Lebenserfahrung und Profession in die Arbeit der Bahnhofsmissionen mit ein.

Geschichte

In Folge wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen in der Gesellschaft entstanden Ende des 19. Jahrhunderts die Bahnhofsmissionen, zunächst als Mädchen- und Frauenschutz-Orte. Von Anfang an wurde der Dienst haupt- und ehrenamtlich von Frauen und Männern geleistet, die zur Unterstützung ihrer Ziele ein kirchliches, kommunales und internationales Netzwerk aufbauten.
Wurde in den Bahnhofsmissionen zunächst konfessionell getrennt gearbeitet, verstehen sie sich heute zunehmend als ökumenische Einrichtungen.

Aufgaben

Die Bahnhofsmissionen bieten:

  • Eine Anlaufstelle für Unterstützung und Hilfe in akuten Notsituationen und existentiellen Notlagen (z. B. Verlust der Reisedokumente, Wohnungslosigkeit, Armut, Verzweiflung u.ä.)
  • Einen Ort zum Verweilen für Reisende, Familien, Rentner/-innen, Jugendliche u.a., für menschliche Zuwendung, ein offenes Ohr …
  • Einen Ort für Frauen, wo sie sich sicher und unbelästigt aufhalten können oder Mütter ihre Kinder stillen können,
  • Vermittlung von Hilfesuchenden in Dienste und Einrichtungen,
  • Reisehilfen für hilfsbedürftige Menschen (Senior/-innen, Menschen mit Behinderungen, alleinreisende Kinder im Rahmen des Projektes „Kids on Tour“ u.a.),

Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen packen dort an, wo es nötig ist – schnell, unbürokratisch und unentgeltlich.

Zielgruppen und Ziele

Bahnhofsmission definiert sich über ihren Platz am Bahnhof, nicht über eine bestimmte Zielgruppe.

Die Bahnhofsmission leistet ihren Beitrag dazu, dass Menschen ihr Leben selbstbestimmt und würdevoll gestalten können. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt Menschen in Notsituationen.

In der Bahnhofsmission treffen Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen und Kulturen zusammen. Die Bahnhofsmission setzt sich für Toleranz und Verständigung und den Abbau von Vorurteilen ein. In ihrer Arbeit wirkt sie auf Chancengleichheit für Frauen und Männer hin.

Die Bahnhofsmission macht Themen und Probleme öffentlich und engagiert sich in lokalen Initiativen, politischen und kirchlichen Gremien und Arbeitskreisen.

Die Bahnhofsmissionen bieten Möglichkeiten zu ehrenamtlichem Engagement, fördern dieses auf breiter Basis und leisten damit einen Beitrag zu sozialer Verantwortung und Solidarität in unserer Gesellschaft.

Die ökumenischen Bahnhofsmissionen engagieren sich für ein weiteres Zusammenwachsen der christlichen Kirchen.